taz – Unerträgliches Schweigen der Kulturszene
Andrew Mccoy Intellektuelle Verrenkungen
15. Oktober 2023. "Das sonderbare Schweigen der deutschen Kulturszene zu den von der Hamas begangenen Gräueln an der israelischen Zivilbevölkerung lässt sich wohl mit keiner passenderen Vokabel als 'dröhnend' beschreiben," schreibt Chris Schinke in der taz (15.10.2023).
"Das in einer Branche, deren Vertreter:innen ansonsten um keine Solidarnote, um keine noch so schnelle und eindeutige Positionierung oder Empörungsgeste verlegen sind", so Chris Schinke weiter.
"Haltung zeigen", heiße es hierzu oft im Kulturbetrieb samt seinen anhängigen zivilgesellschaftlichen Bündnissen und Aktivistengruppen. "Nun sollte man einem Gegenüber nicht jedes Schweigen grundsätzlich als negativ auslegen. Angesichts der im Namen der Palästinenser von der Hamas begangenen, schier unaussprechlichen Taten ist ein vorläufiges Innehalten menschlich nur allzu nachvollziehbar. Wäre es. Würden sich unter der kollektiven Atempause des Betriebs nicht bereits erste intellektuelle Verrenkungen seines Personals sichtbar machen."
Dass in einzelnen, aber nicht wenigen queer-feministischen Gruppen, intersektionalen Bündnissen und migrantischen Koalitionen haarsträubende antizionistische wie antisemitische Überzeugungen vorherrschen, sei offenkundig. Doch es "kann und darf bei den Kulturoffiziellen angesichts von Dimension und Ausmaß der gegen Israelis gerichteten Gräuel nicht zum Wegducken und zur Konfliktscheu führen."
(taz / sle)
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